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Erfurter Schachklub   Kurioses Schach in Bindlach
16.12.2013 von Klaus Steffan

Kurz vor dem Jahresende stand für uns noch einmal eine Doppelrunde in Liga 2 statt. Durch unsere Niederlage gegen unseren Reisepartner Plauen am Spieltag zuvor war die Liga spannender als zuvor. So fuhren wir am Samstag, dem 14.12.2013 nach Bindlach um dort gegen den Gastgeber und Forchheim um wertvolle Punkte zu kämpfen. Als wir am Spielort eintrafen staunten wir nicht schlecht: unsere Gegner hatten zwar für die Ausrichtung der Doppelrunde genügend DGT Uhren zur Verfügung gestellt, doch waren nur acht von deren 16 nach FIDE-Reglement genehmigt. Auf den Vorschlag hin, den Kampf 20 Minuten später zu starten ging Captain Cassi fairerweise ein. Als nach über einer halben Stunde die restlichen Uhren eintrafen konnte der Kampf endlich starten, auch wenn unsere Gegner mit jeweils 16 Minuten weniger auf der Uhr beginnen mussten.
Überraschenderweise gingen wir durch Jans Kurzpartie gegen GM Neuman an Brett 1 (s. Highliht-Partie) früh in Führung. Kurz darauf remisierten Troyki und ich in jeweils risikolosen Stellungen. Dies gab mir Gelegenheit den Kampf genauer unter die Lupe zu nehmen. Inzwischen gab es folgendes Bild zu begutachten: Peter hatte durch gute Vorbereitung und Spielanlage gegen IM Tereick einen Mehrbauern erbeutet und konnte in ein gewonnenes Läuferendspiel abwickeln. Matthias hingegen stand gegen IM Cech mit dem Rücken zur Wand, während Petrs, Cassis und Bernds Stellungen alle im Gleichgewicht waren. Es kam überwiegend wie erwartet: Petr remisierte gegen GM Martin Petr, Matthias verlor und Cassi steuerte das wichtige Remis zum 4:3-Stand bei. So verblieb nur noch Bernd, der mittlerweile ein Turmendspiel mit Mehrbauern erreicht hatte. Die Gewinnführung gestaltete sich jedoch schwerer als erwartet und so endete die Partie nach langem Kampf schließlich Remis. Doch den knappen aber letztendlich ungefährdeten 4,5:3,5-Sieg konnte uns damit keiner mehr nehmen! Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung wie an den ersten drei Spieltagen. Mit diesem Erfolgserlebnis machten wir uns auf in die Unterkunft und genossen eine deftige Abendmahlzeit.
Nach gutem Frühstück und getaner Zimmerräumung machten wir uns auf den Weg ins Spiellokal. Im Gegensatz zum Vortag konnte diesmal der Kampf pünktlich beginnen. Recht früh machten Bernd und Captain Cassi Remis. An allen anderen Brettern wurde kämpferisches Schach geboten. An Brett 1 spielte Jan eine komplizierte Partie, Petr an 2 versuchte den starken Nachwuchsspieler FM Leon Mons unter Druck zu setzen, während ich mir an Brett 3 eine kampfbetonte Partie mit GM Jansa lieferte (s. Highlight-Partie). Peter versuchte an Brett 4 FM Rupprecht zu bearbeiten, Matthias hatte an Brett 5 gegen FM Seyb jr. keinen leichten Stand und Troyki an 8 war gut aus der Eröffnung gekommen. Zu diesem Zeitpunkt war eine Prognose äußerst schwierig. Nach einer Weile gab es die nächsten Ergebnisse: Petr sah keinerlei Vorteil mehr und remisierte ebenso wie Peter, dessen Gegner sich in nahender Zeitnot durch eine Remisschaukel im Doppelturmendspiel rettete. Meine Partie endete als nächstes mit Remis. So stand es 2,5:2,5. Mittlerweile hatte Troyki eine Figur gewonnen und konnte schließlich zum vollen Punkt und damit zur 3,5:2,5-Führung vollstrecken. Dann war es wieder Jan, der für ein Kuriosum sorgte. Kurz nach der Zeitkontrolle muss es in etwa so gestanden haben:

In diesem Turmendspiel steht Schwarz natürlich besser, aber was nun folgte war für die Kiebitze äußerst unterhaltsam: 1.Td2?? Das verliert sofort wegen des folgenden Kuriosums: [Mit 1.Te2 Th1+ 2.Ka2 Td1 3.Tc2 hätte Weiß noch kämpfen können. ] 1...Th1+ 2.Ka2 [2.Kc2 a2–+] 2...Kc3 und nach Te2 folgt Kd3 mit Turmfang! Daher gab Schwarz hier auf. 0–1.

Somit vollstrecke Jan zum entscheidenden 4,5:2,5. Mit 2/2 war Jan damit unser bester Mann am Wochenende. Eine starke Leistung von ihm! Matthias war mittlerweile auf die Verliererstraße geraten, doch machte sein Gegner den Sack einfach nicht zu. Wie durch ein Wunder gelang es Matthias sich in ein ungleichfarbiges Läuferendspiel zu retten. Dieses hielt er dann Remis. Das 5-3 liest sich am Ende deutlicher als es wirklich war, aber dennoch war es ein verdienter Mannschaftssieg. Somit konnten wir wieder mit einem Erfolgserlebnis nach Hause fahren.
Nun liegen mit 10 Punkten zwei Spieltage vor Schluss auf Rang 3 der Tabelle hinter Aue und Dresden. Eine bisher gute Saison können wir am 18. und 19. Januar 2014 zur Doppelrunde in Plauen noch küren. Mal sehen, wozu es am Ende noch reicht...



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