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Erfurter Schachklub   Strolche und Katzenjammer - 2. Bundesliga Doppelrunde in Aue
10.11.2013 von Rudolf Ruether



Als am Samstag, dem 09. November 2013 gerade das WM-Match Carlsen vs. Anand angepfiffen wurde, befand sich unser Team des ESK auf dem Weg nach Aue zur 3. und 4. Runde der 2. Bundesliga Ost. Dort angekommen checkten wir in unsere Pension ein, genehmigten uns eine gute Mittagsmahlzeit und machten uns auf den Weg zum Spiellokal. Unser Gegner – der USV TU Dresden – trat aufgrund eines weiteren schachlichen Großevents – der Mannschaftseuropameisterschaft – ersatzgeschwächt an. Dennoch war ihre Truppe schlagkräftig genug, sodass wir sie auf keinen Fall unterschätzen durften.
Der Kampf begann mit zwei schnellen Weißremisen von Matthias gegen IM Hoffmann und mir gegen die lebende Schachlegende GM Wolfgang Uhlmann, wobei ich sicherlich mehr aus meiner Stellung hätte herausholen können. Danach geschah eine Weile lang nichts, bis sich nach und nach folgende Momentaufnahme ergab: Jan am Spitzenbrett spielte wie im Rausch gegen GM Dziuba, Robert an 2 musste sich in einer sehr passiven Stellung gegen GM Maiwald verteidigen, Peter an 4 musste sich in einem Turmendspiel gegen IM Loxine ebenfalls verteidigen, Cassi an 6 spielte eine schwerblütige Französisch-Partie gegen FM Wegener, wobei allerdings der Großteil seiner Bedenkzeit in der Eröffnung verloren gegangen war. Olaf an Brett 7 zeigte gegen FM Seifert einmal mehr, wie gefährlich „Der Rentner“ doch sein kann und erarbeitete sich ebenfalls eine Gewinnstellung, während Christian an 8 gegen den aufstrebenden sächsischen Nachwuchsspieler Maximilian Neef keinen einfachen Stand hatte. Doch dann ging alles ganz fix: Olaf gewann ebenso wie Jan, der eine Glanzpartie (s. Partieanalyse) spielte. 3-1 damit. Peter steuerte dann noch ein ganz wichtiges Remis bei und so standen alle Zeichen auf Sieg. Zwei weitere Remisen folgten dann durch Robert, der sich sehr stark verteidigt hatte und Christian, der sich aus seiner schwierigen Stellung befreien konnte und zum Schluss wohl selbst auf Gewinn hätte spielen können. Es spielte keine Rolle mehr, da Cassi in der 6. Spielstunde sein Turmendspiel mit Mehrbauern – welchen er in der Zeitnotphase gewonnen hatte – in einen vollen Punkt verwandelte. 5,5-2,5 gegen den Vorjahres-Dritten! Wenn auch etwas Glück dabei war, so konnten wir stolz auf eine geschlossene Mannschaftsleistung sein. Außerdem waren wir bis zu diesem Zeitpunkt noch ohne Partieverlust geblieben, was ebenfalls beachtlich war.
Den Abend ließen wir gemütlich in der Gaststätte unserer Pension ausklingen. Zum Abendessen gesellte sich ein fremder Gast zu uns und nach wenigen Minuten hatten wir Strolche den Katzenjammer (s. Fotos). Dass es sich dabei um eine schwarze Katze handelte, welche im Allgemeinen als Unglückssymbol verhöhnt ist, war uns egal. Dank Cassis Zauber-Karten und Olafs Länder-Und-Hauptstädte-Raten-App verlief der restliche Abend sehr unterhaltsam und ließ uns von einem Sieg im Spitzenspiel gegen Aue träumen.
Am Sonntag, dem 10. November kräftigten wir uns mit einem guten Frühstück und fuhren ins Spiellokal. Unser Gegner hatte wie wir bisher alle Kämpfe gewonnen und war nominell an den vorderen Brettern leicht besser aufgestellt als wir. Daher sollten die Punkte hinten kommen. Doch es kam wieder einmal alles anders als gedacht. Zuerst beendete Captain Cassi seine Partie an Brett 6 gegen IM Wichmann, wozu es nicht viel zu sagen gab. Es folgten zwei weitere Weißremisen durch Peter an 4 gegen IM Spieß und Robert an Brett 2 gegen GM Slobodjan. Dass Weiß in einem Mannschaftskampf meistens die wertvollere Farbe ist zeigte sich im weiteren Verlauf des Kampfes. Jan spielte am Spitzenbrett eine äußerst komplizierte Partie gegen GM Prohaszka, deren Ausgang völlig offen war. An Brett 3 stand ich mit Schwarz gegen GM Meijers nicht schlecht, tendenziell sogar besser, doch fehlte es mir an einem klaren Plan. Matthias an 5 hatte sich auf ein strategisches Geplänkel gegen FM Eichner eingelassen, durch welches seine Stellung zunehmend litt. Olaf hatte an Brett 7 gegen FM Rosko aus der Eröffnung heraus eigentlich alles erreicht was er wollte, allerdings verbrauchte er kurz vor dem 20. Zug 39 Minuten, was Böses ahnen ließ. Christian spielte an 8 energisch gegen den Tschechen Miroslav Jurasek und erarbeitete sich einen dauerhaften Vorteil. Es lief alles auf einen sehr knappen Ausgang des Kampfes hin. Irgendwann war es dann so weit und wir mussten die erste Null in der laufenden Saison quittieren: Matthias' Stellung hielt dem Druck der gegnerischen Figuren nicht länger Stand und wir lagen zurück. 1,5-2,5. Alle Hoffnungen ruhten jetzt auf Christian, der inzwischen auf Gewinn stand und irgendeinem weiteren Sieg. Mittlerweile war Olaf ins Hintertreffen geraten, Jans Partie verstand kaum einer der Anwesenden und ich hatte nach kleineren Ungenauigkeiten keine Gewinnchance mehr und musste ums Remis kämpfen. Nach einer Weile endete Jans Partie in einem Turmendspiel Remis. Ich konnte mich in einem ungleichfarbigen Läuferendspiel mit einem Bauernopfer aus meiner passiven Stellung befreien und das Remis forcieren. 2,5-3,5 also. Doch alle Hoffnungen auf wenigstens einen Mannschaftspunkt mussten wir dann begraben: nahezu zeitgleich endeten Christians und Olafs Partie und das 3,5-4,5 stand fest. Besonders ärgerte sich dabei Olaf, der somit seine erste Partie überhaupt im Dress des ESK verlor. Alles in allem ging unsere Niederlage aber in Ordnung und man muss den Auern zu ihrer geschlossenen Leistung gratulieren.
Nach unseren 4 Kämpfen liegen wir mit 6:2 Mannschaftspunkten und 21 Brettpunkten immer noch gut im Rennen im Kampf um den Aufstieg, übernehmen nun die Rolle des Verfolgers.
Um wichtige Punkte geht es daher in 2 Wochen im Heimspiel gegen unseren Reisepartner Plauen.


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